Die Turntablists Petr Ferenc und Kristupas Gikas werden gemeinsam mit dem Multimedia-Künstler Martin Janíček im Punctum Club auftreten. Dieses Event wird Milan Knížáks „broken music“, eine wilde Turntable-Collage und Klangspiralen präsentieren.
Petr Ferenc (alias Phaerentz) ist Elektronikmusiker, Kurator, Musikkritiker und Promoter. Er arbeitet mit Klang und verschiedenen Medien und nutzt dabei verschiedene Soundwuellen, insbesondere Turntables und präparierte Vinylplatten. Er war Gründungsmitglied der Band Birds Build Nests Underground, die Kompositionen für Turntables, Improvisation und Plattendestruktion mit improvisierten Projektionen auf 8-mm-, 16-mm-, 35-mm- und KP8-Film kombinierte. Er arbeitete regelmäßig mit dem Opening Performance Orchestra zusammen. Ferenc war Mitbegründer des Magazins HIS Voice (2001), des Stimul Festivals (2005) und der Wakushoppu-Konzertreihe (2011–2020). Derzeit arbeitet er als Leiter des Dokumentationszentrums für Populärmusik und neue Medien im Nationalmuseum in Prag. In seinen Soloarbeiten interessiert er sich besonders für die Besonderheiten einzelner Medien: Jedes hat seinen eigenen Charme, seine spezifische Klangfarbe und einzigartige Eigenschaften in Bezug auf Wiederholung, Zufälligkeit und Reproduktionsempfindlichkeit.
Bei seinem Auftritt im Punctum Club wird Petr Ferenc seine Lieblingsplattenspieler und originale destruierte Schallplatten von Milan Knížák verwenden, mit dem er in der Vergangenheit bereits mehrfach im Rahmen des Broken-Music-Programms aufgetreten ist.
Martin Janíček ist Klangkünstler, Bildhauer, Musiker und Sounddesigner und beschäftigt sich mit der Erforschung der akustischen Eigenschaften verschiedener Materialien – er baut neue Musikinstrumente. Die meisten seiner Werke zeichnen sich durch Interaktivität in Verbindung mit einer konzentrierten, einfachen Form aus. Konzeptionell sind sie an den ortsspezifischen Charakter der Arbeit gebunden. Geboren 1961, ursprünglich in der Bronzegießerei ausgebildet, studierte er von 1990 bis 1997 an der Akademie der Bildenden Künste in Prag und arbeitete anschließend sechs Jahre lang als Assistent von Professor Milos Šejn am Konzeptuellen Institut der AFA in Prag. Seit 1998 arbeitet er mit der NGO mamapapa zusammen und realisiert zahlreiche ortsspezifische Projekte in der Tschechischen Republik und im Ausland – ungenutzte Räume und soziale Themen – Minderheiten, Obdachlose, bedrohte Sprachen.
Seit 2012 persönliche Projekte unter Verwendung von Architektur – „Galegion“ – Dox Prag, „singing Buildings“ – Tiflis, Georgien, „Sounds of Rain“ – Berlin, Deutschland, „Sounds of Space“ – Festival in Mariánská Týnice.
In seiner Musikperformance im Punctum Club wird er die Möglichkeiten und Grenzen des spiralförmigen Systems der Audioaufzeichnung ausloten.
Kristupas Gikas ist ein litauischer Musiker, Improvisator, Klangkünstler und Plattenproduzent, der Flöte, Turntables und Elektronik spielt. Er studierte klassische, zeitgenössische und elektroakustische Musik an der Litauischen Akademie für Musik und Theater und am Königlichen Konservatorium in Den Haag und promoviert derzeit in improvisierter elektroakustischer Musik (LMTA). Seine Arbeit umfasst Soloauftritte, interdisziplinäre Kunstprojekte und Ensemble-Kollaborationen (Fleitų 3, Artisans, Ferry Good Company).
Als Performer hat er an Festivals wie dem Huddersfield Contemporary Music Festival (UK), dem Jazzdor Festival (FR), Vilnius Jazz (LT), Gaida Festival (LT), MAMA Jazz (LT) und Café OTO (UK) und arbeitete dabei mit Künstlern wie Liudas Mockūnas, Marc Ducret, Lorena Izquierdo, Anna Clementi, Anton Lukoszevieze, Marijus Aleksa, Arturas Bumšteinas, Vladimir Tarasov, Prof. Vytautas Landsbergis, Kazimieras Jušinskas und Manfredas Bajelis zusammen. Kristupas ist auch im Bereich der Klanginstallationskunst aktiv und hat in Galerien wie die Raum (Berlin) und Contour Art Gallery (Vilnius) ausgestellt. Sein innovativer Ansatz, seine außergewöhnliche Klangqualität, sein unorthodoxer Einsatz von Instrumenten und seine interdisziplinären Kooperationen machen ihn zu einer Schlüsselfigur in der experimentellen Musikszene Litauens.
Bei der Performance in Prag begegnen sich drei Plattenspieler, die als rotierender Spielplatz für Ihre tiefsten klanglichen Neugierde (miss)braucht werden, wo sich Wiederholung und Unterbrechung, Kontrolle und Zufall, Träume und Wahnsinn in einem sich verändernden Gleichgewicht entfalten.
Organisiert von AΩ Production mit Unterstützung des Broken Music Feedback Endowment Fund.